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Konservierungsstoffe im Hundefutter

Wenn Sie als Hundebesitzer einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe Ihres Hundefutters werfen, kann Ihnen schnell der Gedanke kommen, dass Sie ein halbes Studium der Lebensmittelchemie benötigen würden, um genau zu verstehen, was drin ist. Als Faustregel gilt: Je weiter hinten ein Zusatzstoff aufgelistet ist, in desto geringerem prozentualem Anteil ist er vorhanden.

Mittlerweile gibt es viele Diskussionen um das Thema Konservierungsstoffe – sowohl in menschlichen Lebensmitteln als auch beim Hundefutter. Doch was sind Konservierungsstoffe eigentlich? Was sollen sie bewirken? Und welche Alternativen gibt es zu Konservierungsstoffen?

 

 

Was bedeutet Konservierung?

Konservierungsstoffe im HundefutterKonservierung bedeutet, ein Lebensmittel haltbar zu machen. Das kann auf verschiedene Arten passieren. Man unterscheidet dabei chemische und physikalische Verfahren. Ziel jeder Konservierung ist es, Lebensmittel vor dem natürlichen Verfall zu schützen, bzw. diesen hinauszuzögern.

 

 

 

 

 

Was sind Konservierungsstoffe und wofür werden sie benötigt?

Konservierungsstoffe im HundefutterKonservierungsstoffe werden bei Hundefutter für die chemische Konservierung verwendet. Die häufigsten Konservierungsstoffe sind Ascorbinsäure (Vitamin C) und Kupferverbindungen. Sie verhindern die Vermehrung von Hefe- und Schimmelpilzen sowie Bakterien und zögern damit den natürlichen Verfall des Futters hinaus, sie machen es haltbar.

Diesen Effekt können Sie zu Hause in einem einfachen Experimentganz leicht nachvollziehen:

Der Saft einer Zitrone enthält sehr viel Ascorbinsäure. Schneiden Sie einen Apfel in zwei Hälften. Beträufeln Sie die eine Hälfte mit Zitronensaft, die andere nicht. Dann lassen Sie beide Hälften an der Luft eine Stunde liegen. Sie werden sehen, dass die Hälfte ohne Zitronensaft bräunlich geworden ist, während die andere weiterhin ein helles Fruchtfleisch aufweist. Der Zitronensaft hat als natürliches Konservierungsmittel die Bräunung und damit den natürlichen Verfall des Fruchtfleischs verhindert.

 

 

Welche Konservierungsstoffe gibt es?

Konservierungsstoffe im HundefutterIn Hundefutter werden vor allem Kupferverbindungen und Antioxidantien verwendet. Antioxidantien sind chemische Substanzen, die einer Oxidation eines Lebensmittels gezielt entgegen wirken. Durch Oxidation mit Luftsauerstoff kommt es zum Zerfall von zum Beispiel Fleisch. Dieses wird durch die Antioxidantien wirkungsvoll verzögert, in dem diese Stoffe den Sauerstoff an sich binden.

Durch die Oxidationswirkung verändert sich das Futter in Geruch und Geschmack und wird auf Dauer ungenießbar. Unter den sogenannten synthetischen Antioxidantien finden sich vor allem BHA (Butylhydroxyanisol) und BHT (Butylhydroxytoluol). Unter die sogenannten „natürlichen“ Antioxidantien fallen die Vitamine E und C sowie Betacarotin.

Man sollte sich jedoch von den Begriffen „natürlich“ und „künstlich“ nicht verwirren lassen: Alle Konservierungsstoffe werden in der Regel synthetisch hergestellt und sind keine natürliche Zutat.

 

 

Was bedeuten Konservierungsstoffe im Futter für Ihren Hund?

Der Zusatz von Kupfer ist kritisch zu sehen, da Kupfer in hohen Dosen toxisch wirken kann. In geringen Dosierungen ist es ein Spurenelement, das für den Knochenstoffwechsel und die Pigmentierung des Fells benötigt wird. Doch wird es regelmäßig in zu großen Mengen aufgenommen, wirkt es toxisch.

Die sogenannten „natürlichen“ Antioxidantien Vitamin C und Vitamin E sowie Betacarotin sollen auf den Hund gesundheitsfördernd wirken. Sicher sind Vitamine unentbehrlich für die Gesundheit Ihres Hundes. Doch auch hier gilt: Zuviel schadet. Eine Vitaminüberversorgung kann Ihrem Hund genauso schaden, wie ein Vitaminmangel.

Wenn Ihr Hund gut und gesund ernährt wird, benötigt er keine Zusatzstoffe in Form von konservierenden Vitaminen im Futter. Immer mehr Hunde reagieren auf Zusatzstoffe und Konservierungsmittel allergisch. Kommt es bei Ihrem Hund vermehrt zu Durchfällen oder zeigt das Tier deutliche Anzeichen von Unwohlsein, lassen Sie ihn bei einem Tierarzt auch auf eine mögliche Futtermittelunverträglichkeit hin testen.

 

 

Geht es auch ohne Konservierungsstoffe?

Als Alternative zur chemischen Konservierung gibt es die auch industriell sehr bedeutsame physikalische Konservierung. Bei der Konservierung durch Sauerstoffentzug wird den auf Sauerstoff angewiesenen aeroben Mikroorganismen die Grundlage für ihr Wachstum entzogen. Außerdem wird die Oxidation von sauerstoffempfindlichen Bestandteilen wie zum Beispiel den wertvollen ungesättigten Fettsäuren und einigen Vitaminen wirksam reduziert. Beispiele für diese Art der Konservierung ist ein Verpacken unter Schutzgasatmosphäre oder das Aufbewahren unter Vakuum.

Durch Wasserentzug wird den Mikroorganismen im Lebensmittel das Wasser soweit entzogen, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Zu dieser Art des Konservierens gehören das Trocknen, das Gefriertröcknen und das Dörren. Durch Desinfektion werden Mikroorganismen inaktiviert. Dies geschieht beim Sterilisieren, Einkochen oder Ultrahocherhitzen. Im Anschluss wird das Lebensmittel unter Luftabschluss verpackt, zum Beispiel in einer Konservendose. Eine weitere Methode der physikalischen Konservierung ist der Temperaturentzug, mit anderen Worten das Tiefkühlen.

 

 

Welche Futtersorten gibt es auch ohne Konservierungsstoffe für meinen Hund?

Konservierungsstoffe im HundefutterInzwischen haben die Futtermittelhersteller auf die immer häufiger auftretenden Futtermittelallergien bei Hunden reagiert und stellen eine breite Palette von Hundefutter ohne Konservierungsstoffen her.

Trockenfutter

Trockenfutter wird entweder im Extrusions- oder im Pelletierverfahren hergestellt. Das klassische Extrusionsverfahren macht den Einsatz von Zusatzstoffen bzw. Konservierungsstoffen notwendig.

Beim Pelletierverfahren wird das Verkleben des Ausgangsfuttermehls durch das Besprühen mit Wasser erreicht, somit ist der Einsatz von Konservierungsstoffen nicht notwendig. Auch wird das Futter nicht so hoch erhitzt wie beim Extrusionsverfahren, somit bleiben wertvolle Inhaltsstoffe enthalten.

Im Pelletierverfahren hergestelltes Trockenfutter zerfällt im Magen wieder zu Mehl, es entzieht dem Magen-Darm-Trakt nicht vermehrt Wasser, reduziert also gegenüber herkömmlichem Trockenfutter die Gefahr der Bildung von Harnsteinen.

Nassfutter

Bei Nassfutter besteht die Möglichkeit, die Konservierung durch Erhitzen mit anschließendem Aufbewahren unter Luftabschluss, zum Beispiel in einer Konservendose zu erreichen. Auch gibt es inzwischen tiefgekühltes Hundefutter zu kaufen, das ohne Konservierungsstoffe auskommt.

Rohfütterung – BARF

Bei der Rohfütterung (BARF) von Hunden wird rohes Fleisch inklusive Knochen und Innereien an den Hund verfüttert. Ergänzt wird dieses Futter je nach Bedarf durch Getreideprodukte und / oder Gemüse.

Bei dieser Art der Fütterung sind keinerlei Konservierungsstoffe notwendig. Allerdings stellt sie hohe hygienische Ansprüche an den Besitzer des Hundes. Der Umgang mit rohem Fleisch erfordert es, dass alle Gegenstände und Arbeitsflächen, die mit dem rohen Fleisch in Verbindung kommen, gründlich und heiß gereinigt werden müssen. Auch darf das rohe Fleisch – besonders in den Sommermonaten – nicht zu lange stehen, um den Befall mit Fliegen zu vermeiden.

Das rohe Fleisch für die Fütterung wird entweder portionsweise im Kühlschrank aufbewahrt oder in größeren Mengen in der Tiefkühltruhe. Angelehnt ist diese Art der Hundeernährung an die Gewohnheiten von Wildhunden und Wölfen.



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